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Multicar ist eine Modellreihenbezeichnung für Nutzfahrzeuge der Hako GmbH, die im Zweigwerk in Waltershausen hergestellt werden. Das Unternehmen Multicar ist in Hako aufgegangen und inzwischen die einzige noch existierende Kraftfahrzeugmarke aus der ehemaligen DDR. Im Jahre 1920 in Hörselgau als ADE-Werke gegründet und 1926 in eine Aktiengesellschaft umgewandelt, wurde der Betrieb nach Waltershausen verlegt. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde 1946 die Produktion als Gerätebau Waltershausen wieder aufgenommen. 1948 erhielt der Betrieb den Namen VEB Fahrzeugwerk Waltershausen, den er bis zu seiner Privatisierung 1991 trug. 1956 wurde die Produktion der Diesel-Ameise DK 3 aufgenommen. 1958 wurde der erste Multicar produziert, der ebenfalls noch fußgelenkte M21. Bis 1964 verließen 14.000 Stück die Werkhallen in Waltershausen. Die folgenden zehn Jahre liefen 42.500 Fahrzeuge der Baureihe M 22 vom Band.

 

M22

  

Der Multicar 22 löste in dieser Baureihe den Multicar M21 ab. Vom VEB Fahrzeugwerk Waltershausen gefertigt, wurde er zum ersten Mal auf der Leipziger Frühjahrsmesse 1964 vorgestellt. Es wurden insgesamt 42.579 Fahrzeuge gefertigt. Er hatte eine geschlossene Einzelfahrerkabine und anstatt der bisherigen Fußlenkung einen Fahrersitz und herkömmliche Lenkung mit Lenkrad. Dies waren zwei der Forderungen, denen man mit dem Multicar 22 nachkam. Darüber hinaus verfügte es über eine StVZO-gerechte Ausstattung mit Fern-, Abblend- und Standlicht, Blinkern, Bremslicht, Schlussleuchte und Kennzeichenbeleuchtung, sowie hydraulischer Bremse. Die Transportleistung war gestiegen, die Nutzlast erhöhte sich auf zwei Tonnen, die Steigfähigkeit im ersten Gang verdoppelte sich auf 16 % und die Höchstgeschwindigkeit stieg auf 23 km/h. Damit war das Fahrzeug nicht mehr nur als innerbetriebliches Transportmittel interessant, sondern auch als Kurzstreckentransportmittel und für eine immer größer werdende Palette an Sonderausführungen. Der M22 wurde zum größeren Teil im Ausland verkauft, 58 % der Produktion wurden exportiert. In der BRD wurde er als Fawa-Car 22 angeboten.

 

Den Bau habe ich mit der Herstellung des Rahmens begonnen. Weil die Teile äußerst fragil sind, hat mir ein Freund ein paar Zinnabgüsse davon gefertigt; so kann mir beim Weiterbau nichts mehr kaputtgehen und man arbeitet weniger verkrampft. Das Führerhäuschen ist aus Plastik- und Holzprofilen aufgebaut und wurde in drei Hauptkomponenten aufgeteilt. Ich stelle mir vor, dass das eine eventuelle Reproduktion in Resin oder Zinn erleichtert - außerdem lassen sich für mich die Innenbereiche, die ja gut einsehbar sind, besser detaillieren.

 

   

   

Fahrwerksteile, in Zinn gegossen

 

Führerhauskomponenten

 

Führerhaus, Perspektivansicht