IN MEMORIAM >STENFALK KLEINFIGURENKUNST<

 

Cabover, auch Cab Over Engine (COE), Cab Forward (US), Flat Nose (Kanada) oder Forward Control (UK) nennt man Fahrzeuge mit vertikaler Front, bei der das Fahrerhaus des LKW über (oder vor) dem Motor oder der Vorderachse sitzt. Cabover waren in den 70er Jahren wegen der strengen Längengesetze in vielen Bundesstaaten üblich. Die direkt hinter der vorderen Stoßstange platzierte Vorderachse als typisches Designmerkmal verdanken die Trucks, auch Conventionals, der Federal Bridge Formula, die in den USA einzigartig ist und zur Verteilung der Last ermutigt. Die Nachteile dieser Kabinenkonstruktion, umständliches Aufsteigen in die Kabine, raueres Fahrverhalten und Innengeräusche zwischen 80 und 90 db(A) und die gefühlt größere Unsicherheit bei Unfällen überwogen deren Vorteile wohl so deutlich, dass, als Anfang der 80er Jahre die Längenregelungen modifiziert wurden, die COE innerhalb weniger Jahre an Bedeutung verloren.

 

Kenworth K100C (1977)

  

Kenworth ist ein US-amerikanischer Lkw-Hersteller. 1923 gegründet, ist Kenworth auf die Produktion von schweren (Klasse 8) und mittelschweren (Klasse 5–7) Nutzfahrzeugen spezialisiert. Seit 1945 firmiert Kenworth unter dem Dach von PACCAR und operiert damit seit 1958 direkt neben Schwesterfirma (und Marktkonkurrent) Peterbilt. Kenworth markierte mehrere Premieren in der Lkw-Produktion und führte auch die Praxis ein, Fahrzeuge nach Kundenspezifikation zu bauen, was so bis heute beibehalten wird. 1961 debütierte der K900 (später in K100 umbenannt); die Modellpräfixe W und K stammen von den Firmengründern Worthington und Kent. Der K100 wurde über mehrere Jahrzehnte weiterentwickelt und (als K100E) bis in die 90er Jahre in den USA gebaut.

 

Die erste Kabine, die ich als Modell erstelle, ist ein 108"-Cab, ca 2,75 Meter lang. Im Modell entspricht dies einer Länge von 38 mm; die Höhe beläuft sich auf 29 mm, die Breite auf 33 mm. Auf den Fotos lässt sich der Baufortschritt recht anschaulich nachvollziehen. Die Kabine wird von Grund auf in Scratchbauweise erstellt. Dies ist die Kabine, deren Bau bisher am weitesten voran geschritten ist. Die Detaillierung mit Türen, Kühlergrill, Headlights und einer Innenausstattung lassen einmal erahnen, wohin auch bei den anderen Cabs die Reise führen soll.

 

       

K100C - Perspektive, frühe Bauphase

 

K100C - Perspektive 1, mittlere Bauphase

 

K100C - Perspektive 2, mittlere Bauphase

 

       

K100C - Teileübersicht, fortgeschr. Bauphase

 

K100C - Perspektive, späte Bauphase

 

K100C - Teileübersicht, späte Bauphase

 

White-Freightliner WFT75 (1969)


Freightliner machte mit dem Einsatz beim Mutterunternehmen Consolidated Freightways (CF) Einsatz von Cabover (COE) Sattelzugmaschinen früh populär. Um ein Vertriebsnetz für die Produktlinie auch außerhalb von CF aufzubauen, damit höhere Produktionsmengen und reduzierte Kosten zu ermöglichen, schloss Freightliner 1951 eine Vereinbarung mit der White Motor Company aus Cleveland, Ohio. Als einer der größten Lkw-Hersteller in den Vereinigten Staaten zu dieser Zeit, verkaufte White seitdem Freightliner-COE unter dem Co-Branding White Freightliner.

 

Das von mir als Vorbild herangezogene 69er Modell war das letzte, das noch mit der WFT-Cab-Serie 61 ausgestattet war, die 1958 als Kippkabine eingeführt wurde. Die 75 Inch-Variante war bereits bei den Vorgängerserien verfügbar und erfreute sich relativ großer Beliebtheit. Im Modell wird diese Kabine bei einer Breite von 33 mm etwa 27 mm hoch und 26 mm lang sein. Das Modell ist das bisher letzte in Angriff genommene Projekt. Aufgrund seiner Flächengeometrie ist es zugleich das anspruchsvollste und ich bin selber gespannt, wie ich hier weiterkomme...

  

       

WFT75 - Perspektive, erste Bauphase

 

WFT75 - Perspektive, frühe Bauphase

 

WFT75 - Perspektive, frühe Bauphase

 

Marmon HDT-86 (1975)

 

Die Marmon Motor Company war von 1963 bis 1997 ein in Texas ansässiger Hersteller exklusiver Lastkraftwagen. Nachdem Marmon-Herrington, die Lkw-Produktion eingestellt hatte, kaufte und belebte ein neues Unternehmen, die Marmon Motor Company in Denton/Texas, die Marke neu, um hochwertige Lkw-Designs zu bauen und zu verkaufen. Der Marmon war ein handgemachter Low-Production-LKW, manchmal benannt als der Rolls-Royce der Lastwagen. Eine überfüllte amerikanische Lkw-Industrie und das Fehlen eines landesweiten Vertriebsnetzes führten 1997 zum Ausfall von Marmon in den USA.

 

Die Geschichte einzelner Marmon-Modelle lässt sich nur schwer bis kaum eruieren; die HDT-Baureihe ist aber wohl ausschließlich mit einer 86 Inch-Kabine (2,18 Meter) gebaut worden. So ist mein HDT-86 denn auch 30,5 mm lang, 33 mm breit und 27 mm hoch. Er beeindruckt mit einer nahezu perfekten Würfelform, lediglich die Frontpartie ist leicht geneigt. Die Form der Türen ist doch klasse, oder?

  

       

HDT86 - Perspektive, mittlere Bauphase

 

HDT86 - Perspektive, mittlere Bauphase

 

HDT86 - Seitenansicht, mittlere Bauphase

 

1974er Peterbilt 352 Pacemaker mit 86" Kabine

  

Die Peterbilt Motors Company ist ein Lkw-Hersteller der Paccar-Gruppe in den Vereinigten Staaten, u. a. in Denton (Texas), in Oakland und Newark im Bundesstaat Kalifornien. Peterbilt gilt seit seiner Gründung im Jahre 1939 als führender Hersteller hochqualitativer LKW. Ab 1950 wurden Cabover-Modelle gebaut, wobei ab 1959 die Fahrerhäuser um 90 Grad kippbar waren. Ab 1955 verschwand mit der Baureihe 352 die sogenannte „Bubblenose“, ab 1968 profilierte sie sich mit dem Sleeper Cab zu relativ großer Bekanntheit, obwohl er in relativ geringer Stückzahl gebaut wurde. Für mein Modell existieren bisher leider keine Fotos, meine Lichtbox muss ersetzt werden - ich hoffe, ich kann hier bald Abhilfe schaffen!